Wie kann man die Welt ein bisschen besser machen – eine Leitfrage, mit der sich Unternehmen und Gründungsteams aus ganz Deutschland beschäftigen. 32 Initiativen wurden am Mittwoch vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie als Kultur- und Kreativpiloten ausgezeichnet – darunter auch das interdisziplinäre Projektteam „InfloTec“ der Hochschule Magdeburg-Stendal, das eine stromunabhängige Wasserreinigungsanlage entwickelt.

„InfloTec“ ist eines von drei aus Sachsen-Anhalt stammenden Teams, das sich erfolgreich um die bundesweite Auszeichnung beworben hat. „Während meiner Auslandseinsätze bei der Bundeswehr habe ich am eigenen Leib gespürt, wie schwierig der Zugang zu frischem und ausreichendem Trinkwasser sein kann“, berichtet Maschinenbau-Absolvent Martin Drewes von seinen prägenden Erfahrungen in Afghanistan. An der Hochschule Magdeburg-Stendal entwickelte der gelernte Kfz-Mechaniker während seines Master-Studiums daher eine wasserkraftbasierte Anlage zur Gewinnung von Trinkwasser aus verschmutzten Flüssen, die völlig autark, ohne Strom und ohne Eingriffe in die Natur betrieben werden kann.

Mit ins Boot holte er sich Betriebswirtin Martina Findling und Industriedesigner Martin Deutscher. Der „WaVer“ soll vor allem in Regionen mit Trinkwasserknappheit zum Einsatz kommen und nutzt für die Energiegewinnung natürliche Quellen wie Sonne, Wind und Wasser. Innerhalb der Anlage wird das Flusswasser durch verschiedene Filter geleitet, die es von Verschmutzungen, Pestiziden und Krankheitserregern befreien. Mit Mineralien aufbereitet wird es schließlich in Abfüllanlagen gesammelt und als Trinkwasser zur Verfügung gestellt. Bis zu 4.000 Liter können so am Tag gewonnen werden.

Mit der Auszeichnung unterstützt die Bundesregierung jährlich 32 Projekte aus der Kultur- und Kreativwirtschaft mit einem einjährigen Mentoringprogramm. Der Preis richtet sich an Gründungsinitiativen und Unternehmen aus ganz Deutschland, die durch besonderen Mut sowie außergewöhnliches Engagement den Weg für neue Innovationen freimachen. Insgesamt waren für die diesjährige Verleihung 759 Bewerbungen eingegangen.


Nach seinem Auslandsaufenthalt in Afghanistan entwickelte Maschinenbau-Absolvent Martin Drewes (r.) eine mobile, wasserkraftbasierte Trinkwasseranlage. Gemeinsam mit Industriedesigner Martin Deutscher und Betriebswirtin Martina Findling will er den „WaVer“ auf den Markt bringen. Foto: Nicolle Tiebe


Zehn Prozent der Weltbevölkerung hat keinen ausreichenden Zugang zu Trinkwasser. Das „InfloTec“-Team möchte diesen Umstand mithilfe des „WaVers“ ändern.
Foto: Stefan Geller