Das Magdeburger Unternehmen specOculus hat den IQ-Innovationspreis Mitteldeutschland 2019 im Bereich Informationstechnologie gewonnen. Das junge Start-up erhielt die Auszeichnung für eine neuartige Technologie, die Spektralanalysen von Objektoberflächen mit dem Handy erlaubt. specOculus ist eine Ausgründung des Fraunhofer IFF in Magdeburg, das diese Technologie ursprünglich entwickelt hat.

Spektralanalysen sind ein häufig eingesetztes Mittel für die Analyse der Inhaltsstoffe oder der Unterscheidung von Objekten anhand ihrer stofflichen Zusammensetzung. Sie kommen beispielsweise in der Lebensmittelwirtschaft, in der Landwirtschaft oder auch in der Kosmetikindustrie zum Einsatz. Dabei werden die Objekte mit breitbandigem Licht bestrahlt. Ein spezieller Sensor erfasst die Wellenlängen des reflektierten Lichts und erlaubt auf Basis dieses »spektralen Fingerabdrucks« Rückschlüsse auf die biochemische Zusammensetzung. Doch die dafür notwendige Technik ist teuer. Mit dem Verfahren »specTelligence Scan« der Magdeburger specOculus GmbH lässt sich eine spektrale Oberflächenanalyse für Konsumenten nun ohne zusätzliche Messgeräte auf einem herkömmlichen Smartphone durchführen.

Die Jury des IQInnovationspreises Mitteldeutschland 2019 würdigte die Erfindung mit dem ersten Preis in der Rubrik Informationstechnologie. »Damit werden völlig neue Serviceangebote für Verbraucher in Form innovativer Apps, etwa zur Qualitätskontrolle von Lebensmitteln, möglich. Das außerordentliche Potenzial der Innovation zeigt sich bereits in den ersten, mit Pilotkunden umgesetzten Anwendungen«, begründet Jörn-Heinrich Tobaben, Geschäftsführer der Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH, die Entscheidung.

Die specOculus GmbH ist eine Ausgründung des Fraunhofer IFF. Das Magdeburger Forschungsinstitut hatte die zugrundeliegende Technologie ursprünglich entwickelt und verwertet diese unter dem Namen HawkSpex® Mobile. Für Friedrich Melchert, Geschäftsführer der specOculus GmbH, und Professor Udo Seiffert, wissenschaftlicher Leiter der specOculus GmbH und Leiter der Abteilung Biosystems Engineering am Fraunhofer IFF, ist die Preisverleihung eine Anerkennung der geleisteten Forschungsarbeit. »Wir freuen uns außerordentlich über diese Auszeichnung. Sie ist ein weiterer Baustein in der Erfolgsgeschichte dieser Technologie«, so die beiden Forscher.

specOculus GmbH aus Magdeburg mit den Preisstiftern enviaTEL GmbH und GISA GmbH; (v.l.) Jens Heinrich (Cluster IT Mitteldeutschland e.V.), Stephan Drescher (envia Tel GmbH), Friedrich Melchert, Prof. Udo Seiffert (beide specOculus GmbH), Jürgen Klaus (GISA GmbH). Foto: Guido Werner/GWP)